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Am Projekt sind vierzehn Künstler beteiligt: Sieben, die in Atelierräumen auf dem Gelände der Eisfabrik Hannover arbeiten sowie sieben überregionale Künstler.


Folgende sieben Künstlerinnen und Künstler mit Ateliers oder Studios am Kulturstandort Eisfabrik beteiligen sich am Ausstellungsprojekt Todsünden. Sie präsentieren jeweils eigens für das Projekt entwickelten Beiträge.


Alle benannten Künstlerinnen und Künstler verfügen über umfangreiche Ausstellungs- und

 

Projekterfahrungen im In- und Ausland und haben bereits Stipendien und Preise errungen.

 

 

Esther Beutz (Studium der Visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Dortmund) arbeitet auf der Schnittstelle zwischen künstlerischer Fotografie und Bildjournalismus. Zentral in ihren Arbeiten sind häufig Menschen und deren Geschichten, (semi)fiktive Bilderzählungen, die Wahrnehmungsparameter der Betrachter oder spirituelle Phänomene. Konzeptuelle Ansätze finden so meist sehr starke visuelle Umsetzungen, Portraits entstehen jenseits üblicher Konventionen.

Arbeiten der vergangenen Jahre umfassen unter anderem Stadtfotografieprojekte in Hildesheim und Hannover (wo sie zuletzt ein kollektives Portrait der Bürger durch Gegenstände aus deren Arbeitsumfeld und Schlafzimmern erstellte), konzeptuelle Portraitfotografie für den Band Wer ist die Kunst? sowie eine Auseinandersetzung mit der Ortsspezifik von Kunst im Stadtraum anhand ihrer Makroebene.

Esther Beutz zeigt im Projekt Todsünden eine Fotoarbeit zum Thema Trägheit als Außeninstallation an der Unfallklinik der Friederikenstiftung.

www.bildermeer.de

 

Sonja Heimann (Studium der freien Kunst in Düsseldorf und der Kunstpädagogik in Ottersdorf) erstellt Kleinplastiken aus Weichgummifragmenten, die häufig aus alltäglichen Zusammenhängen entliehen sind oder an diese erinnern. Ihr Spiel mit Assoziationen, Vorstellungen und Phantasien bewegt sich zwischen visuellen und haptischen Reizen, dem einzelnen Objekt und inszenierten Räumen.

In den vergangenen Jahren entstanden vermehrt Arbeiten mit größeren Dimensionen, die Künstlerin sucht beim Erschließen und Erfahren des Raums eigenständige Formen und fragt danach, was Masse und Material im Raum zu bewirken vermögen. Zudem erforscht sie narrative Strukturen im Raum.

Sonja Heimann zeigt im Projekt Todsünden eine Rauminstallation zum Thema

Wollust/Homosexualität in der Mutterhauskirche der Henriettenstiftung.

 

Burglind Jonas (Studium der Musik in Detmold und München sowie der Bildenden Kunst in Kassel und Amsterdam) zeigt in ihren Objekten und plastischen Collagen Kippfiguren zwischen schön und eklig, wertvoll und billig – sie hinterfragt Wertmaßstäbe, Rollenverhalten, Routinen oder Musterdenken und bricht diese auf, provoziert ein genaueres Hinsehen. Als professionelle Musikerin und Bildende Künstlerin hegt sie eine Faszination für die Fugen von Bach: ihre hybriden Bilder und Objekte funktionieren ähnlich, spielen mit Motiven, die sie verkleinern, vergrößern, spiegeln...

In den vergangenen Jahren entwickelten sich die Arbeiten vom Objekthaften (hybride Wesen, halb Tier, halb Kunstprodukt, konserviert in Formalin) hin zum Bildhaften: Fotografien von totem Fleisch als Ausgangspunkt für Überlagerungen, Fragmente und Spiegelungen, welche ganz neue Motive und Assoziationsräume in Farben, Umrissen und Mustern entstehen lassen.

Burglind Jonas zeigt im Projekt Todsünden eine Collage zum Thema Wollust/Ästhetik im Umfeld der Mutterhauskirche der Henriettenstiftung.

www.burglindjonas.de

 

Alexander Kühn (Studium der Bildenden Kunst an der Fachhochschule Hannover) arbeitet

schwerpunktmäßig im Bereich der Malerei – allerdings findet er immer wieder neue Techniken und Werkzeuge. Nach Experimenten mit Farbschichten und Untergründen malt er inzwischen digital, bearbeitet eigens angefertigte Malerei mit dem Computer als Pinsel und bringt diese mit Hilfe von Pigmenttinte und Büttenpapier zurück auf eine sinnliche Ebene. Dabei findet sich die Metamorphose auch thematisch in seinen Bildern wider.

Aktuell arbeitet der Künstler an großformatigen Bildern, die mit Pigmenttinte auf Büttenpapier gedruckt werden – sie entstehen auf der Grundlage eigener Malerei durch Bearbeitung am Computer und zeigen Metamorphosen abstrakter Naturmotive. In kleinen Formaten vollzieht er außerdem bereits die nächste Metamorphose, indem er solche Ausdrucke wiederum übermalt.

Alexander Kühn zeigt im Projekt Todsünden ein partizipatorisches Objekt zum Thema

Schuldempfinden und Vergebung im Raum der Stille in der Henriettenstiftung.

 

Lotte Lindner und Till Steinbrenner (beide Studium der Bildenden Kunst in Braunschweig) gestalten ihre Interventionen als Installationen, Objekte, Situationen oder Handlungen. Im künstlerischen Prozess der Abgrenzung von traditionellen Begriffen wie 'Performance' und dem damit traditionell verbundenen Pathos, spielen Lindner/Steinbrenner virtuos mit Erwartungen, vor allem eben jenen an Präsentation, Show oder Spektakel. Scheitern ist bei ihren auf Wesentliches reduzierten Arbeiten als

Potential kalkuliert, sie sind immer auch offen für Reaktionen jedweder Natur, sind eher Versuchsanordnungen als letztgültige Statements.

Im vergangenen Jahr zeigten die Künstler im Rahmen der Ausstellung Kreuz und Quer in der Marktkirche Hannover eine Intervention, bei der die gesamte Bestuhlung der Kirche um 51 Grad nach Südost ausgerichtet wurde – nach Mekka hin. Sie lösten damit produktive Auseinandersetzungen bei Gemeindemitgliedern und Besuchern aus.

Lotte Lindner und Till Steinbrenner wurden als Stipendiaten für das Niedersächsische New-York-Stipendium 2009 ausgewählt.

Lotte Lindner und Till Steinbrenner zeigen im Projekt Todsünden eine partizipatorische Aktion zum Thema Hochmut/Eitelkeit/Menschenwürde in den Räumlichkeiten der Bahnhofsmission.

www.steinbrennerxl.de

 

Jobst Mahrenholz (Studium der Kulturwissenschaften in Hildesheim) erstellt Malerei, Objekte und Rauminstallationen: Früher kombinierte er großformatige Comicszenen, um seine Geschichten zu erzählen, inzwischen hat er sich in seiner Kunst immer weiter reduziert, zuletzt zeigte er nur noch Umrisse und reflektiertes Licht. Seine Faszination für Anhäufungen von Dingen, die sich zu einem Thema fügen, führt zu fruchtbaren Assoziationsräumen und wiederum zu narrativen Strukturen.

Im vergangenen Jahr zeigte der Künstler in einer Einzelausstellunge großformatige Scherenschnitte aus weißem Karton. Dabei standen die Themen Schönheit und Überfluss im Mittelpunkt.

Jobst Mahrenholz zeigt im Projekt Todsünden ein Schriftobjekt als Außeninstallation zum Thema Schuld und Buße auf dem Gelände der Eisfabrik Hannover.

 

Meike Zopf (Studium der Bildenden Kunst in Berlin und Hannover sowie der Kunsttherapie in Ottersberg) pendelt in ihrer großformatigen, collagenhaften Malerei von einer Überfülle von Bildelementen zur Reduktion und zurück. Der Malprozeß bleibt oft durch Übermalungen und Lasuren, stehen gelassene Fragmente oder Andeutungen sichtbar. Leerstellen und undefinierbare Elemente stehen neben naturgetreuen Darstellungen. Ihre Bilder sind bevölkert von einem fragmentarisch anwesenden, meist gesichtslosen Personal, das eben dadurch im Überpersönlichen bleibt; Es stehen nicht Personen, sondern Gesten und Haltungen im Vordergrund. Mit ihren Schichtungen, Überlagerungen und Andeutungen erschafft sie visuelle Schein-Idyllen, bricht mit vertrauter Bildsymbolik. Aktuell steht in ihren Bildern oft ein Herzsymbol im Mittelpunkt, mal ist es ein anatomisch exaktes, mal ein medizinisch schematisiertes Herz, mal ist es durchgearbeitet, mal schnell skizziert. Fragestellungen über  Sehnsucht und Liebe, Schmerz und Tod, aber auch von Schuld und Vergebung sind zentrale Themen dieses Werkzyklus.

Meike Zopf zeigt im Projekt Todsünden eine Reihe von Portraitzeichnungen und Malerei zum Thema Wahrnehmung von Schuld und Unschuld im Landgericht Hannover.

www.meike-zopf.de

 

 

 

 

Folgende Künstlerinnen und Künstler wurden für Todsünden von jenseits der Region eingeladen.

 

Auch sie präsentieren eigens für das Projekt entwickelte Beiträge.

 

 

Matthias Berthold (Studium der Ethnologie an der Universität Hamburg und der Visuellen

Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg sowie Studium im Fachbereich Gestaltung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) aus Hamburg erstellt Handlungsanweisungen, im Auftrag, als Intervention und aus alltäglichen Beobachtungen und Überlegungen heraus. Sein sehr feines Gespür für Zusammenhänge führt ihn zu Idealbruchstellen von Realität und Wahrnehmung, oft genügt ein einziger Satz, um Rezipienten innehalten und umdenken zu lassen. Dabei appliziert der Künstler seine Anweisungen meist auf vorgefundene Alltagsobjekte oder erzeugt spezielle Wahrnehmungssituationen, die eine intime Bindung an den Leser herstellen.

Im Rahmen des Festivals Raumsauger im Jahre 2005 in Hildesheim installierte Berthold eine Handlungsanweisung in einem leerstehenden Ladenlokal. Besucher durften den Raum nur betreten, nachdem sie sich schriftlich verpflichtet hatten, die Anweisung zu befolgen und sie niemandem preiszugeben.

Matthias Berthold zeigt im Projekt Todsünden eine Textinstallation als Außenarbeit zum Thema Wertentscheidungen auf dem Gartenfriedhof.

www.matthiasberthold.de

 

doktales featuring Fräulein Wunder AG (doktales gegründet 2006 von Sarah Nüdling, Robert Paschmann und Gernot Wöltjen; Fräulein Wunder AG gegründet 2006 von Carmen Waack, Malte Pfeiffer, Anne Bonfert, Melanie Hinz, Verena Lobert und Vanessa Lutz.)

Doktales ist ein Zusammenschluss von freien Filmemachern. In ihren Filmen und Installationen setzen sie ungewöhnliche Perspektiven auf die Wirklichkeit um. Dafür suchen sie immer neue Kooperationen und Austausch mit anderen Künstlern und Medienschaffenden.

Fräulein Wunder AG aus Hildesheim ist eine künstlerische Arbeitsgemeinschaft, die aus fünf Frauen und einem Mann besteht. Mit den Mitteln Performance, Schauspiel, Installation und Video provozieren sie visionäre und utopische Fragestellungen. Sie experimentiert mit Formen künstlerischen Arbeitens innerhalb und außerhalb tradierter ästhetischer wie sozialer Strukturen und transformiert Wissensvermittlung und dokumentarische Sozialstudie in unterhaltsame, filmische und theatrale Bilder

und Aktionen intelligenter Popkultur.

doktales featuring Fräulein Wunder AG zeigen im Projekt Todsünden eine Videoinstallation zum Thema Triebhaftigheit in einem Raum der Henriettenstiftung.

 

Brigitte Raabe und Michael Stephan aus Hamburg verknüpfen ihre künstlerischen Strategien mit biologischen, botanischen und medizinischen Untersuchungen. Dabei geht es ihnen stets um die Untersuchung (und Konstruktion) von Ursache und Wirkung. Mit wissenschaftlichen Methoden, z.B. der Homöopathie, präsentieren sie Versuchsanordnungen und binden ihre Rezipienten in Langzeitstudien ein. Dabei entwerfen sie mit großer Konsequenz soziale Visionen, entwickeln ihre künstlerischen Modelle nicht zum Selbstzweck, sondern mit hohen ethischen Ansprüchen.

Im Parkgelände des Klinikums Bremen-Ost haben die Künstler im Jahr 2007 Orte geschaffen, die allein durch die Kraft der dort eingesetzten Pflanze Baptisia wirken. Baptisia, auch Wildindigo genannt, wird in der Homöopathie im Zusammenhang mit dem Krankheitssymptom der Desintegration eingesetzt. Leitmotivisch für Baptisia ist also das Leiden an mangelnder Verbundenheit und Geschlossenheit bzw. an der für den Menschen grundlegenden Dialektik von psychisch-physischer Zerstückelung und Ganzheit. Baptisia wurde deshalb von den Künstlern als die homöopathische Pflanze ermittelt, die dem Patientenpark einer psychiatrischen Klinik am dienlichsten ist.

Brigitte Raabe und Michael Stephan zeigen im Projekt Todsünden eine Installation als Außenarbeit zu den Themen Schuld, Heilung, Ursache und Wirkung in Herz-Jesu-Kapelle, Café Tabor und Garten der Congregatio Jesu.

 

Karin Then (Studium der Bildenden Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig) aus Berlin arbeitet mit den Medien Fotografie und Film. Sie verknüpft dabei autobiographische Details mit fiktiven und mythologischen Inhalten und erzählt auf diese Weise Geschichten, die merkwürdig persönlich berühren und zugleich phantastisch-skurril anmuten.

In ihrer aktuellen filmischen Arbeit Der verschwundene Zwilling berichtet die Künstlerin – scheinbar autobiographisch – von einer Zyste, die Zellen eines nie geborenen Geschwisterkindes enthalten habe und erzählt von Sehnsucht und Verlorenheit.

Karin Then zeigt im Projekt Todsünden eine Medieninstallation zum Thema

Wollust/Geschlechteridentität in der St.-Elisabeth-Kirche.

 

Doreen Uhlig (Studium der Bildenden Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig) aus Berlin studierte Performance bei Marina Abramovic und vereint heute in ihren Arbeiten unterschiedlichste Formen der Präsentation: Dabei kombiniert sie häufig Audioinstallationen mit performativen Arbeiten. Durch die Strategie der radikalen Subjektivität und Situativität negiert sie alle bekannten Darstellungsstrategien und erreicht eine Klarheit, die aller Mittel enteignet scheint.

Doreen Uhlig zeigt im Projekt Todsünden eine Raum- und Audioinstallation zu den Themen Schuld und Freiheit in der St.-Heinrich-Kirche. Sie kooperiert dabei mit M.B., einem jugendlichen Häftling.

 

Lino Wirag (Studium von Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Freiburg, Kreativem Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und Bildkonst im finnischen Uusikaarlepyy) aus Pforzheim veröffentlicht in Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen (Titanic, BELLA triste, pardon, MERKUR, Das Gedicht, taz). Für Welt online zeichnet er „Lino Wirags Lachbilder“, einen "Kritzelblog" für das Magazin Fudder und trägt mit digitalen Livezeichnungen zu Performances bei. Darüber hinaus ist er als Herausgeber, Literaturveranstalter und Vorleser tätig. In Gemeinschaft mit den Autoren Jan Fischer, Marcel Maas und Tilman Straßer tritt er als Literaturband „Text, Drugs and Rock 'n' Roll“ auf. Mit seinem Bruder entwickelte Wirag 2005 das Veranstaltungsformat „Live.Poetry“: Bei dieser Kombination aus Poetry Slam und Theatersport lassen Autoren in Interaktion mit dem Publikum Texte entstehen. Der Dichterwettstreit wird auf Laptops ausgetragen und über Beamer an die Wand projiziert.

Am 17. Oktober 2008 erhielt Lino Wirag für den Cartoon Selbstmörder gemeinsam mit Jürgen Marschal den Deutschen Cartoonpreis, der jährlich in einer Kooperation von Frankfurter Buchmesse und Carlsen Verlag an junge deutsche Zeichentalente verliehen wird.

Lino Wirag zeigt im Projekt Todsünden eine mediale Arbeit zur zeitgenössischen Wahrnehmung des Themas Todsünden.

www.linowirag.de

 

Ovis Wende (Studium von Kunsterziehung, Kunstgeschichte, Germanistik und Italienisch in München) aus München arbeitet auf den Schnittstellen von Kunst, Design und Wissenschaft. Als Bildender Künstler erstellt er Objekte für öffentliche Räume und inszeniert Ausstellungsräume konzeptionell. Als Professor an der Fachhochschule Dortmund lehrt er Objekt- und Raumdesign, Szenographie und Kunst im öffentlichen Raum. Mit großer Sensibilität vermag er die Funktionen und Bedürfnisse von Räumen und ihren Nutzern zu erarbeiten und in gestalterischen Eingriffen darauf zu reagieren.

Ovis Wende zeigt im Projekt Todsünden Objektinstallationen im Außenbereich zu den Themen Wahrnehmung, Wirklichkeit, Ursache und Wirkung unter anderem an der St.-Elisabeth-Kirche.

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